1.1 An alle Mitbürgerinnen und Mitbürger! Bitte lesen

Schreiben (Auszugsweise) des Ortsbürgermeisters Patrick George am 02.04.2020 – verteilt an alle Haushalte in Stahlhofen (03.04.20)

An alle Mitbürgerinnen und Mitbürger

-I N F O S   &   N E U I G K E I T E N-

Rundschreiben 2/2020 zur „Corona-Krise“

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nach wie vor bestimmt die Corona-Pandemie unser aller Leben. Täglich müssen wir uns den Herausforderungen dieser Zeit stellen. Ich wende mich heute in einem zweiten Rundschreiben an Sie alle. Nicht nur weil dies ein Wunsch mehrere Bürger war, sondern auch weil es mit eine Herzensangelegenheit ist.

DANKE an alle!

Auf diesem Weg an Sie alle ein herzliches Dankeschön. Die Solidarität, die erlebbare Gemeinschaft in der Distanz, die Hilfsbereitschaft und das Untereinander sind einzigartig! Dafür einen herzlichen Dank. In diesen Dank seinen wirklich ALLE eingeschlossen!

Wann kehrt ein „normales Leben“ zurück?

Diese Frage kann ich Ihnen leider nicht beantworten. Selbst die Virologen, Ärzte, Berater und Politiker können uns derzeit keine konkreten Angaben machen. Die Nachrichten vom 01. April aus Bund und Ländern machen uns nochmals deutlich, dass die derzeitigen Beschränkungen auch über die bevorstehenden Ostertage gelten und vor dem 19. April nicht mit einer Lockerung zu rechnen ist! Ich weiß, dass diese Situation und die tägliche Ungewissheit sehr quälen! Die Sorgen scheinen tagtäglich mehr zu werden, wenn wir uns die Frage nach dem „was kommt danach“ stellen.

Zwei Gewissheiten und zugleich auch Chancen:

1.         Es wird auch nach der Corona-Krise weiter gehen!

2.         Es wird anders sein!

Ich möchte es hier an kleinen wahren Begebenheiten klar machen, welche Chancen sich für uns alle ergeben: Ich höre derzeit sehr häufig wie gut diese „Entschleunigung“  tut, wie schnell der persönliche Stresspegel gesenkt wurde. Auch wie schön es ist, dass man sich wieder füreinander mehr Zeit nimmt und erfährt wie wohltuend Gemeinschaft, Gesellschaft und Solidarität ist. Wir entdecken plötzlich vergessene Dinge wieder, z.B. das Schreiben eines Briefes, das Gesellschaftsspiel in der Familie u.v.m.

Ich möchte nicht verharmlosen oder verniedlichen, denn was noch vor uns liegt ist gewiss ein riesiger Berg neuer Herausforderungen und auch Problemstellungen, die wir als Solidargemeinschaft zu stemmen haben. Dennoch bin ich fest überzeugt, dass uns die jetzigen Erfahrungen sehr hilfreich dabei sein werden.

Bitte setzen Sie auch weiterhin konsequent die bestehenden Verordnungen (Kontaktverbote) in Ihrem Leben um. Verzichten Sie soweit es geht auf direkte soziale Kontakte, minimieren Sie Einkaufsfahrten (oder lassen Sie sich etwas mitbringen). Natürlich können Sie weiterhin nach den gegebenen Möglichkeiten spazieren gehen o.ä.

Bleiben wir also auch weiterhin solidarisch und pflegen wir gemeinsam die positiven Kräfte, die wir derzeit neu entdecken…

(…Infos, die hier auf dieser Homepage stehen, wurden an dieser Stelle ausgelassen)

Vereinsleben & Veranstaltungen

Das aktive Vereinsleben in unserer Gemeinde ist auch nahezu komplett zum Erliegen gekommen, es finden derzeit keine Trainings- oder Übungsstunden, Spiele oder sonstige Aktionen statt. Die Vereine werden Ihre Arbeit sicherlich sobald möglich wieder aufnehmen.

Wann wir wieder gemeinsam feiern können ist noch ungewiss! Ob die „Wanderstation“ am 1.Mai stattfinden kann (tendenziell eher nicht) oder in welcher Form unsere diesjährige Kirmes stattfinden kann wird sich erst zum Ende des Monats frühestens zeigen. Ichrechne fest mit Einschränkungen und Auflagen hinsichtlich Veranstaltungen, sobald hier Klarheit besteht, werde ich dazu eigens informieren. Bis dahin bitte ich um Verständnis und Geduld.

(…Infos, die hier auf dieser Homepage stehen, wurden an dieser Stelle ausgelassen)

Für die kommenden Wochen wünsche ich uns allen die benötigte Kraft durch die Zeit zu kommen. Es wird sicherlich noch eine harte Zeit und es wird ein anstrengender Weg zurück in einen „Alltag“. Achten Sie auf sich und Ihre Lieben und kommen Sie möglichst unbeschadet und gesund durch diese Zeit!

In der freudigen Hoffnung Sie alle bald ganz nah wieder zu sehen!


Herzlich,
Patrick George, Ortsbürgermeister


Schreiben des Ortsbürgermeisters Patrick George am 19.03.2020 – verteilt an alle Haushalte in Stahlhofen

– W I C H T I G E   I N F O S –
(SARS-CoV-2)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

meinen offenen Brief an alle Haushalte vom 19.03.2020 habe ich hier nochmals zum Nachlesen eingestellt…

Das neuartige Corona-Virus (SARS-CoV-2 / Covid-19) geht uns alle an, betrifft uns alle! Deswegen wende ich mich heute an Sie; auch außerhalb der amtlichen Medien und Bekanntmachungen. Bitte nehmen Sie sich diesen Moment Zeit und Lesen Sie diesen offen Brief an alle. Alle Eltern bitte ich eindringlich die Inhalte auch mit Ihren Kindern zu besprechen.

1. Ängste & mehr! Panik ist kein guter Ratgeber!

Uns alle beschäftigen derzeit zahlreiche Gedanken, teilweise Ängste. Die Ungewissheit vor dem was alles noch kommen mag ist schwer zu (er)tragen. Wer mich kennt weiß, ich bin kein Pessimist! Und das falsche Gefühl „ich kann nichts machen“ ist für mich fast untragbar! Ich will in diesen Zeiten der Krise etwas tun! Dabei ist mir bewusst, dass Panik kein guter Ratgeber ist!

2. Jeder von uns kann & muss etwas tun!

Ich appelliere eindringlich die derzeitigen amtlichen Ratschläge, Maßnahmen und Verordnungen im eigenen Interesse und zum Schutz aller Mitmenschen ernsthaft zu befolgen!

3. Seien Sie vernünftig!
Handeln Sie überlegt und bewusst

Ungern und mit gemischten Gefühlen habe ich die Maßnahmen, die unsere Grundrechte und Freiheiten aufs Äußerste einschränken, dieser Tage umgesetzt. Ich weiß beispielsweise, wie schwer Kinder nur verstehen werden, warum der Spielplatz plötzlich verboten ist…

Jedoch stelle ich traurig fest, dass getroffene Maßnahmen wenig bringen, wenn wir diese missachten. Wieso setzen einige von uns sich und andere immer noch der Gefahr aus das Virus weiter zu verbreiten und somit insbesondere auch andere, schwächer Mitmenschen zu gefährden? Denken Sie daran – wir gefährden unsere eigenen Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde, Mitmenschen!

Ich frage mich: Muss es wirklich sein, dass mehrere Kinder in Gruppen zusammen spielen, während Eltern aus verschiedenen Familien dabei -dicht an dicht- stehen, Kaffee trinken und sich gemütlich unterhalten? Darüber hinaus war ich schockiert, dass ich wegen der Umsetzung von Maßnahmen beschimpft wurde… Hierzu fällt mir persönlich nichts mehr ein!!!

Begeben Sie sich so weit wie möglich in persönliche Isolation –
meiden Sie persönliche Kontakte! Bleiben Sie auf Abstand!

Das ist enorm schwer und verlangt viel von uns! Das heißt nicht, dass wir nicht mehr spazieren gehen sollten, nicht mehr kommunizieren sollten oder unsere Kinder nicht mehr draußen sein sollten…

4. Machen Sie mit und zeigen Sie sich solidarisch!

  1. Bei eventuelle Symptomen oder Fragen! Hotline des Kreisgesundheitsamtes anrufen! Hier wird Ihnen geholfen: 02602 124-567 (werktags von 8 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 16 Uhr). Fahren Sie nicht einfach zum Arzt oder dorthin! Rufen Sie zuerst bei der Hotline an!
  2. Wir Eltern müssen überlegen, wo auf dem eigenen Gelände Spielmöglichkeiten für unsere Kinder bestehen! Vermeiden Sie Gruppenbildungen! Auch das Spiel mit Freunden sollte untersagt sein!
  3. Kinder sollten (soweit möglich) ausschließlich durch ihre eigenen Eltern betreut werden! Bitte verzichten Sie generell auf die Betreuung durch „ältere“ Menschen! Nur im Notfall sollte die Betreuung außerhalb der eigenen Familie stattfinden.
  4. Wir können natürlich raus in die Natur zum Spazieren, zum Gassi mit dem Hund o.ä. Doch am besten alleine! Verzichten Sie auf die gewohnten Gruppierungen! Und wenn wir uns begegnen, so dürfen wir auch gerne einen kurzen Plausch halten… Aber: Auf Abstand! 2 Meter können Leben retten – Solidarität zeigt sich derzeit im Abstand!
  5. Verzichten Sie auf private Feierlichkeiten, wie Geburtstage o.ä.
  6. Meiden Sie Menschenansammlungen, z.B. beim Einkauf und achten Sie bei sich selbst darauf, dass Sie im Begegnungsfall immer genug Abstand zu Ihren Mitmenschen halten!

5. Schützen wir uns selbst – so schützen wir andere!

Meine größte Sorge ist derzeit die Sorge um die „Risiko-Gruppen“. Jeder von uns wird im engsten Kreis schnell Personen benennen können. Und dabei ist es ein Irrglaube, es träfe nur ältere und schwächere Menschen!!!

6. Wer zählt zu den Risiko-Gruppen?

Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben (nach Robert-Koch-Institut, Stand 06.03.20):

  • Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Insbesondere ältere Menschen können nach einer Infektion schwerer erkranken. Da unspezifische Krankheitssymptome wie Fieber die Antwort des Immunsystems auf eine Infektion sind, können diese im Alter schwächer ausfallen oder fehlen.
  • Auch verschiedene Grunderkrankungen wie z.B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen scheinen unabhängig vom Alter das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen.
  • Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher als wenn nur ein Faktor vorliegt.
  • Für Menschen mit unterdrücktem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder wegen Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, wie z.B. Cortison) besteht ein höheres Risiko.

Welche Kombination von Risikofaktoren mit weiteren (Lebens)-Umständen ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 darstellen, ist noch nicht hinreichend bekannt.

6. Was ist zu tun?

Ich bitte jeden zu überlegen, ob ich nicht selbst vielleicht ein erhöhtes Risiko habe?!?

Wenn ja – handeln!

Isolieren Sie sich komplett und vermeiden Sie sämtliche Begegnungen! Lassen Sie nur die Begegnungen zu, die wirklich nötig sind (Arzt o.ä.). Verzichten Sie bitte auch auf den persönlichen, direkten Kontakt zu Familienangehörigen wie z.B. Kinder oder Enkel! Gehen Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Weg! Bleiben Sie auf körperlichem Abstand!

Auch wenn ich Ihnen hiermit noch ein Stück persönlicher Freiheit nehme: Verzichten Sie auf Einkaufsfahrten und „Kaffeekränzchen“!!!

7. Sie sind nicht allein! Hilfsangebote in der Gemeinde

Um die Versorgung (insbesondere der absolut isolierten Mitmenschen) sicher zu stellen, haben sich bereits mehrere Helferinnen und Helfer bei mir gemeldet. Wir erledigen gerne alltägliche Dinge für Sie: Wir gehen einkaufen oder schauen beispielweise auch mal nach dem Grab eines lieben Angehörigen. Egal welches Problem – wir halten zusammen, finden Lösungen!

Auch ist es keine Schande bei finanziellen Engpässen, insbesondere wenn es um die Grundversorgung mit Lebensmitteln o.ä. geht, mich zu kontaktieren. Ich weiß, dass wir Mitbürger haben, die beispielsweise auf die Angebote „der Tafeln“ zurückgegriffen haben. Diese sind nun geschlossen… Daher – wer hier Not hat – melden!!! Wir finden eine gemeinsame Lösung

Ich möchte nochmals zum Ausdruck bringen – wir befinden uns in einer „Notlage“, daher keine falsche Scham, egal wie „blöd“ oder „intim“ sich Ihr Problem auch darstellt. Ich versichere Ihnen, ich gehe vertraulich mit Ihrem Anliegen um.

Telefon (rund um die Uhr): 02602/ 917 163
mobil oder per WhatsApp: 0171/ 69 855 69
per eMail: og.stahlhofen@gmail.com
Oder nutzen Sie das Formular auf dieser Homepage
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8. Wer möchte helfen?

Wer sich zur Unterstützung einbringen möchte, weitere Ideen und Möglichkeiten hat – ebenso über die oben genannten „Kanäle“ melden. Ich „verwalte“ die Kontakte und komme dann mit meinen Anliegen auf Sie zu.

Dafür schon einmal vielen, vielen Dank!

7. Tagesaktuelle Infos?

Ich versuche Sie alle permanent mit Infos zu versorgen. Nutzen Sie (wenn möglich) daher dieses Angebot auf der Internetseite der Ortsgemeinde.

Bitte machen Sie alle mit! Bitte nutzen Sie alle die Chancen die uns die Maßnahmen bieten. Bitte seien wir eine solidarische Gemeinschaft und stellen wir uns gemeinsam der riesigen Herausforderung und Verantwortung!

Ich wünsche dass wir mit möglichst geringem Schaden durch diese Krise kommen, die uns sicherlich noch einige Wochen und Monate beschäftigen und einschränken wird. Danke für Ihre aktive Mithilfe und Unterstützung! Bleiben Sie gesund!

Herzlich, Ihr besorgter
Patrick George, Ortsbürgermeister