Altenburg: Einsatz mit Hindernissen

Am Samstag, 24.07.2021 machte sich ein starkes Team mit mehr als 20 Helferinnen und Helfern zu einem neuen Einsatzort auf. Es galt eine beste Freundin unserer Stahlhofener Mitbürgerin zu besuchen. Uns allen war schon bewusst, dass wir ein neues „Epizentrum der Katastrophe“ erleben werden, da uns bekannt war, dass die Menschen dort mittels Helikoptern gerettet werden mussten. So wussten wir, dass die betroffene Familie über 12 Stunden auf dem eigenen Hausdach festgesessen hat.

Schon bei der Anfahrt wurden die Bilder der Verwüstung, des Drecks und Chaos nur schwer zu verarbeiten! Die Zerstörung im oberen Verlauf der Ahr sind enorm!

Da die Ortszufahrt nach Altenburg durch einen pflichtbewussten Polizisten nahezu hermetisch abgeriegelt wurde, war uns eine direkte Anfahrt an die Zieladresse nicht ohne weiteres möglich. Leider kostete dies wertvolle Zeit. Wenigstens kam unser „Reinigungsanhänger“ direkt ans Ziel. Die „Mannschaftsfahrzeuge“ konnten dann in Altenahr auf der Höhe, ca. 1,5 km vom Zielort entfernt, abgestellt werden. Den Versorgungsbus konnten wir dann mit dem betroffenen Anwohner nach Altenburg bringen.

Vor-Ort mussten sich erst einmal alle sammeln – das Bild, das sich allen bot: Unvorstellbar! Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss – alles stand unter Wasser. Schlamm und Dreck soweit das Auge reicht!

Die Arbeiten wurden aufgenommen: Dem Dreck mit Wasser zu Leibe gerückt, ein Teil des Trupps brachte das letzte Hab und Gut in Sicherheit, ein Teil half in einem anderen Haus, dort galt es den Keller noch komplett (!!!) zu räumen, Wasser und Schlamm zu beseitigen. Ein weiterer Teil machte sich an anderer Stelle im Ort ans Werk.

Gegen 17.00 Uhr erreichten uns dann besorgte Nachrichten, dass auf Grund von Unwetterwarnungen die Helfer doch das Ahrtal verlassen sollen. Also machten wir uns gegen 18.00 Uhr auf die Heimreise… Die Rückfahrt war mehr als still und beklemmend – die Bilder, Erzählungen und Erfahrungen werden uns noch nachhaltig beschäftigen.

Auch in Altenburg sind wir als Fremde gekommen und als Freunde gegangen, haben geweint und gelacht. Das Schicksal der 5-köpfigen Familie ist hart, dennoch haben wir so viel Kraft und Hoffnung durch die betroffene Familie Vor-Ort erfahren… Wir waren alle dankbar solch tolle Menschen kennen lernen zu dürfen.

Auch in Altenburg wurden weitere Einsätze miteinander besprochen.

Zu Hause angelangt wurden die Helferinnen und Helfer bereits am Lindensaal erwartet. Weitere Mitstreiter hatten dort einen stärkenden Abendsnack und kühle Getränke organisiert. So wurde in der großen Runde das Erlebte besprochen und gemeinschaftlich ein Abschluss des Tages gefunden.