Modellbahnträume wurden wahr

Gelungene Modellbahn-Premiere im Lindensaal Stahlhofen

Strahlende Augen. Glückliche Kinder. Zufriedene Eltern. Rund 450 Besucher aus allen
Altersschichten. Engagierte Helfer. Erleichterte und zufriedene Organisatoren. Das ist die
Kurzfassung einer Modelleisenbahn-Ausstellung, die am letzen September-Wochenende erstmals
in der Verbandsgemeinde Montabaur stattfand. Vom „christlichen modellbahn team eV“ (cmt eV) im Dorfgemeinschaftshaus Lindensaal Stahlhofen aufgebaut, erwies sich die Präsentation der kleinen Bahnen insbesondere sonntags als echtes Zugpferd. Ergänzt wurde sie durch ein intensiv genutztes „self-made“- Bastel-Angebot für Kinder & Jugendliche im Obergeschoss des Lidnensaal und durch die Besichtigungsmöglichkeit der privaten Modelleisenbahn von Michael, Oliver und Margret Kien (MOMs Modellbahntraum) in deren gegenüber liegendem Privathaus.

Kurz-Fazit der Veranstalter und der Besucher: Premiere gelungen, Fortsetzung wünschenswert.

„Könnt ihr mal schnell helfen? Wir brauchen noch Kleber! Und Bäume. Alles all!“ Aufgeregt kommt Nele, eine der mehr als dreißig ehrenamtlichen Ausstellungs-Helfer und Helferinnen in den Modellbahn-Raum von MOMs Modellbahntraum gelaufen. Drüben im Dorfgemeinschaftshaus ist im Obergeschoss gerade „Land unter“. Der eigentlich als Sitzungszimmer des örtlichen Gemeinderates genutzte Raum ist von bastelbegeisterten Kindern und Erwachsenen
„erobert“. Väter, Mütter, Opas oder Omas sitzen (bei bester Betreuung!) mit ihren Kindern oder
Enkeln gemeinsam an den vorbereiteten Tischen, basteln gesponserte Miniatur-Häuschen im
Maßstab 1:87 und verarbeiten Zubehör der Firmen Auhagen Faller, Märklin, Noch und Preiser. Das
Vorbereitungsteam um Margret Kien, die 2013 mit ihrem Mann Michael und ihrem Schwager Oliver das von ihnen bewohnte Haus am Anfang von Stahlhofen mit Blick auf ihr gemeinsames Hobby gekauft hatte, ist glücklich. „Genau so haben wir uns das vorgestellt und gewünscht! Das Hobby ‘Modelleisenbahn‘ bringt die Generationen wieder zusammen und verhilft zu einem neuen, kreativen Miteinander!“ Eine junge Mutter bemerkt lächelnd im Vorübereilen „Danke, dass ihr auch an die Kleinsten gedacht habt!“ und widmet sich mit ihrem 1 ½-jährigen Sohn auf der Krabbeldecke der zum Spiel bereit liegenden Holzeisenbahn. Margret Kien ist derweil wieder in der Küche verschwunden, wo sie mit einigen Helfern die Verpflegung für Gäste und Mitarbeiter vorbereitet. Von Zeit zu Zeit huscht ein Mitglied des cmt eV, des „christlichen modellbahn team eV“ in die Küche, um sich kurz zu stärken. Zu mehr bleibt an diesem Sonntag kaum Zeit, da der Besucherstrom nicht abreißt. Im „Lindensaal“, dem vor 20 Jahren vollständig renovierten Mittelpunkt des Dorfgemeinschaftshauses, staunen die Besucher derweil über Modelleisenbahnen der unterschiedlichsten Größe und Gestaltungsart. Optischer Mittelpunkt ist eine in schwarz-weiß- roten Farbtönen gestaltete und in einem beleuchteten Messestand präsentierte Märklin-Anlage im Maßstab 1:87 und der Spurweite H0 (Halb-Null), die zum Nachdenken über das Thema „Schuld und Sühne“ und die christliche Antwort dazu anregen will. Dazu gesellen sich eine große „Modul“-Anlage der Spurweite „N“ im Maßstab 1:160, die in L-Form eine fein ausgestaltete, doppelgleisige Hauptstrecke „irgendwo in Mitteldeutschland“ zum Thema hat und zusätzlich mit zahlreichen, besonderen Licht- und Funktions-Effekten punkten kann. Dazu kommen eine farbenfrohe „4-Jahreszeiten“ – Anlage in der gleichen Spurweite, deren Erbauer ein Faible für aus Natur-Materialien hergestellte Bäume und Büsche hat. Verblüffend echt wirken die in Handarbeit erstellten Erzeugnisse, die der mittlerweile 80Jährige zum Verkauf anbietet, wovon die Besucher rege Gebrauch machen. Eine kleine private Tauschbörse im Saal und im Außenbereich von „MOMs Modellbahntraum“ bietet weitere Möglichkeiten, den Bedarf an Hobby-Artikeln zu stillen.

Als weiterer ‘Hingucker‘ und Dauergesprächsthema entpuppt sich in einer anderen Ecke des
Lindensaales eine ca. 2m² große „Trix-Dreileiter- H0“-Anlage, die die erste deutsche Eisenbahn, den so genannten „Adler“ in zeitgemäßer Form präsentiert. Und auch die „Boden- und Teppichbahner“ kommen nicht zu kurz, können sie doch auf grünem Rasenteppich mit Playmobil-Schienen ihre eigene Anlage bauen und Züge als eigener „Fahrdienstleiter“ über die Gleise rollen lassen. Ebenso sehenswert sind eine kleine Märklin – „Spur Z“-Anlage im Maßstab 1:220, der noch immer kleinsten Serien-Eisenbahn der Welt, mit Gleisen, die gerade mal 6,5 mm breit sind, sowie ein richtiges Autokino im Maßstab 1:87, in dem echte Filme zu sehen sind. Vervollständigt wird die Ausstellung von so genannten „Dioramen“, also Exponaten, die Eisenbahn- oder Landschaftsthemen als Stillleben in möglichst nah am Original nachgebildeten Ausschnitten präsentieren. Zudem gibt es Anregungen zum Hobby in Hülle und Fülle, entweder am aufgebauten Objekt, per Buch oder Zeitschrift oder multimedial mittels Video-Filmen und/oder DVDs rund um die große und kleine Bahn. Was bei den Besuchern vereinzelt die Bemerkung hervorruft „Ich glaub, ich muss doch mal wieder die (Modellbahn-)Kisten vom Speicher runterholen, da geht noch was…“ Und immer wieder sieht man Kinder, die mit ihren selbst gebastelten Miniwelten durch den Saal stolzieren oder staunend vor den rollenden Miniaturbahnen stehen.

Im gegenüber liegenden Anwesen bei „MOMs Modellbahntraum“ herrscht den ganzen Sonntag überebenfalls reger Besichtigungsbetrieb. Die dort auf 2 Ebenen zu sehende ca. 8m mal 1-2m breite Märklin-H0- Segmentanlage, der große „Schatten-Bahnhof“ mit den langen Zuggarnituren, die dargestellte Kirmes-Szenerie, sowie ein Schaustück zu selbstfahrenden Autos (Faller-Carsystem) und ein wunderbar detailliert ausgestaltetes Anlagenstück mit fahrender Seilbahn führen nebst der Größe der Anlage und der Länge der Zuggarnituren auch hier zu reichlich staunenden und bewundernden Gesichtern.
Bereits 2015 öffneten die drei Kiens, aus deren Vornamen die Abkürzung „MOM“ gebildet wird,
anlässlich des 100jährigen Kirchweihfestes erstmals die Türen zu ihrem damals noch sehr
“abgespeckten“ Modellbahntraum. 2016 boten sie anlässlich der 700 Jahr-Feier von Stahlhofen im
Rahmen „des Tags des offenen Dorfes“ eine erneute Gelegenheit zur Besichtigung der erweiterten Anlage. 2017, anlässlich des 20jährigen Vereinsjubiläums des cmt eV, zu dessen Gründern Michel Kien zählt, bot sich nun die dritte Präsentationsmöglichkeit. Für dieses Engagement dankte Patrick George, Bürgermeister der 720-Seelen- Gemeinde, ausdrücklich bei der offiziellen Ausstellungseröffnung am Samstag als er die drei als „bereits jetzt nicht mehr weg zu denkenden Bestandteil unseres Dorfes“ würdigte..
Für Fam.Kien und die Organisatoren des deutschlandweit aktiven ‘cmt eV bestätigt die gute
Resonanz am (Wahl-) Sonntag, ihren Planungsgrundgedanken:  Dass man auch noch im
21.Jahrhundert mit dem Modelleisenbahn-Hobby Freude bereiten und strahlende Gesichter (längst
nicht nur bei Kindern) herbeizaubern kann. Darüber hinaus erhielt der/die ein oder andere eine
neue Sichtweise zu christlichem Gedankengut, z.B. durch die ausliegenden Schriften des cmt eV,
wie den Psalm 23 im Eisenbahnerdeutsch („Der Herr ist meine Lokomotive…“). Oder aber durch die regelmäßigen, im DGH über Lautsprecher zu hörenden Kurz-Andachten, die alltagsnahe Themen der Eisenbahn aufgriffen und mit christlichen Inhalten verbanden.
Ein besonderer Dank gilt aus Sicht der Veranstalter den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern!
„Dafür sind wir überaus dankbar! Und kommen gerne einmal wieder!“ betont Albert Többen, Vorstandsmitglied des cmt eV. und Erbauer der Adler-Anlage. Für Häuser, Kleber und Bastelutensilien wäre dann sicher aufs Neue reichlich gesorgt.

Das christliche modellbahn team ist deutschlandweit in Regionalgruppen aktiv und unterwegs auf
Börsen, Fach-Messen wie der IMA (Internationale Modellbahn Ausstellung) und der
INTERMODELLBAU, oder Veranstaltungen wie den Märklin-Tagen in Göppingen, zu denen jährlich Zehntausende Besucher strömen. Der cmt eV, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1987 zurückreichen, ist Mitglied im MOBA, dem nebst dem BDEF zweitgrößten Fachverband dieses Hobby-Bereiches. Der Verein mit Sitz in Haiger ist konfessionsunabhängig, hat knapp hundert Mitglieder, kann in seinen Reihen den Austausch zu fast allen Spurweiten und Maßstäben anbieten und gibt eine eigene, halbjährlich erscheinende Zeitschrift heraus. Mehr Informationen zum christlichen modellbahn team eV gibt es bei Fam.Kien oder im Internet unter www.cmt-ev.de.